Das Mekong Delta

Found the last dragon fruit in the orchardVage erinnere ich mich an meinen zweiten Vietnamaufenthalt im Jahre 2007. Es war der grösste Familienurlaub, den wir je unternommen haben und so in der Form auch nicht wieder stattfinden wird, da wir nun zwei Hunde haben, die wir nicht alleine lassen dürfen. Wenn ich daran denke, was die beiden machen, wenn wir mal einen Tag nicht da sind (Tapeten werden zerkratzt, Schuhe versteckt und die Wand mit Pfotenabdrücken bemalt). Und nicht zu vergessen Mimis beleidigte Gesicht, wenn Sie nicht mit darf. Von wegen Hunde sind nur Tiere!

Damals besuchten wir meine Grossfamilie in Omon, einen Vorort von Can Tho, der grössten Stadt des Mekong Deltas. Ich erinnere mich nur vage, da es bereits 8 Jahre her ist. Deswegen war ich auch froh, als meine Mama vorschlug wieder hinzufahren.

So fuhren wir eines Morgens (5 Uhr, bereits 28 Grad und 100% Luftfeuchtigkeit) mit dem Taxi quer durch die Stadt (einer der actionreichsten Fahren, die ich erlebt habe. Der Fahrer hatte gerade eine 24 Stunden hinter sich und rauschte nur so durch die Stadt) und hielten dann am Busbahnhof in China Town.

Der Phuong Trang Bus ist eine komfortable Lösung, um ins Mekong Delta zu kommen, da er günstig ist und eine Klimaanlage vorweist. Ihr wisst ja wie ich zu A/Cs stehe!

So fuhren Big Mama, Onkel, Kusinchen und ich nach Can Tho. Gegen Mittag erreichten wir Can Tho und stiegen in einen kleineren Bus, der uns nach Omon brachte. 

Die Freude der Familie war riesig und meine Verzweiflung alle 40 Namen zu merken endlos. Wie soll ich alle meine Onkel, Tanten, Kusinen etc denn merken?

Im Mekong Delta isst man sehr gut. Frisches Gemüse, frisch geschlachtetes Huhn oder besser gesagt Feldratte, alles sehr vietnamesisch. Da ich fast alles probiere, und natürlich nicht die Familie beleidigen will, probierte ich die Ratte. Und oha, Sie schmeckt nicht schlecht. Etwas fettig und sehr kleine Portionen, aber definitiv nicht wie ich es erwartet habe. Um eins klarzustellen: Es handelt sich hier nicht um Kanalratten, sondern um gezüchtete Feldratten. 

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Nachdem wir gut und deftig speisten, war es an der Zeit einen Mittagsschlaf zu machen. Ich bin ja noch immer der festen Überzeugung, dass man eine Siesta in Deutschland einführen sollte. Kennt Ihr das, wenn Ihr vom Mittagessen voll seid und einfach nur die Augen zu machen möchtet? Stellt euch nun vor, Ihr könntet 1 Stunde schlafen. Danach ist man viel ausgeruhter und motivierter! Mehr über diese Kultur erfahrt ihr demnächst, wenn ich über mein Arbeit in Asien sprechte („Wie fühlt man sich als Deutsche, wenn alle Kollegen ein Kissen rausholen und im Büro schlafen?“).

Am Abend war es an der Zeit das Nachtleben des Deltas zu erkunden. Problem? 3 Frauen, 3 Roller und nur eine kann fahren! Und ja ich meine mich damit!

Meine Mama fährt nicht in Saigon (gottseidank, wir hatten schon genug Blechschäden) und meine Kusine kann nicht fahren.

In Saigon mit dem eigenen Roller zu fahren ist eine Sache, mit einem fremden Roller im Delta zu fahren eine andere.

„Fang Mai! Hier ist der Helm! Wir treffen uns am Cafe!“

Ok, das fängt ja gut an. Welches Cafe??? Egal, los gehts! Hoffentlich zahlt die Versicherung 🙂

Nachdem wir im Strassencafe Eis und Che (Vietnamesische Süssspeisen) gegessen haben, ging es auch wieder heim, denn morgen früh stand der Besuch des Obstgartens an der Reihe.

Meine Familie mütterlicherseits hat Hektargrosse Obstgärten, die ihr noch nicht gesehen habt (Wir sind reich! Reich an Mangos!)

Mangos, Papayas, Jackfruit und Durians en masse! 

Traditionell kommt man zu den Gärten nur mit einem kleinen Sampanboot hin. Und das nur zu bestimmten Zeiten, wenn der Wasserstand hoch genug ist (bis halb 7 Uhr morgens und dann wieder ab 17 Uhr).

Mit dem Sampan und dem Hund (Wir Vietnamesen haben Hunde zu Fressen gern:p ) ging es langsam durch die Kanäle des Mekong Deltas.

Hier paar Mangos probieren, da eine Papaya und oh eine Bananenstaude! Wahnsinn was es da so alles gibt!

Ganz am Ende der ultimative Test! Die Affenbrücke! Nur mit Müh und Hilfe eines Stockes manövriere ich mich über den Baumstamm.

Schande über mich, denn die Mama schafft es ohne Hilfe.

    

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