Ein Wochenende in Florenz – Tag 2: Samstag

Es ist 7:45 Uhr morgens als der Wecker klingelt und ich gemütlich in das Bad schlürfe. Noch 45 Minuten bis zur Öffnung des Glockenturms, Giotto Campanile. Da das Apartment kein Frühstück stellt, mache ich mich auf die Suche nach was Essbarem und werde auf Yelp fündig. Yelp ist neben Tripadivsor einer meiner Lieblingsreiseapps, denn keiner kennt die Restaurants und Bars besser als die Einheimischen. Das Finnisterrae ein mediterranes Restaurant mit großer Terrasse liegt direkt an der Piazza Santa Croce und hat eine riesige Auswahl an Gebäck. Wenn man es wie die Florentiner macht und sich einen Cappucino und ein Schokocroissant zum Verzehr an der Bar bestellt, kommt man richtig günstig weg. Ich habe dafür unter 3 € bezahlt.

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Achtung:

  • In Italien wird das Benutzen der Terrasse und für das Besteck (Coperto) ein Aufschlag erhoben. Daher macht es wie die Einheimischen, stellt euch gemütlich an den Tresen, lest eine englischsprachige Zeitung und zahlt weniger als die Touristen.
  • Man trinkt Cappucino nur zum Frühstück. Danach gibts nur noch Espresso!

Nach dem kurzen, aber leckerem Frühstück geht es auf dem Domplatz und zum Glockenturm. Wenn ich mich zwischen der Besteigung des Glockenturms und des Doms entscheiden sollte, so würde ich immer und immer wieder den Glockenturm wählen, da man von dort eine phänomenale Aussicht auf die Kuppel hat. Man kann die Attraktionen einzeln buchen oder es wie ich tun und ein Single Ticket für den Dom, den Glockenturm, das Dommuseum, die Krypta und die Taufkirche kaufen. Dieses kann online oder vor Ort für 15 € erworben werden. Das Ticket gilt 48 Stunden und jede Attraktion kann nur einmal besucht werden.

Mein Geheimtipp: Bucht euch einen Slot für die Kuppelbesteigung online. Hier könnt ihr eure Ticketnummer eingeben und euch eine Uhrzeit geben. So spart ihr euch das ewige Anstehen (zwischen 2 bis 3 Stunden). Geht mit dem Voucher zum Eingang und stellt euch bei der „Preferred Line“ /“Firenze Card“ an.

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Für den Besuch des Doms wird kein Eintritt verlangt. Dafür erwarten euch lange Schlangen. Bitte denkt daran eure Schultern und Knie zu bedecken. Der Dom ist für Christen wie mich ein heiliger Ort.

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Der Dom ist riesig und die vielen Eingänge sind sehr konfus. Die untere Karte zeigt, wo ihr euch anstellen solltet.

A= Haupteingang, meist gesperrt, nur als Ausgang möglich

B= Eingang, um den Dom zu besichtigen

C = Eingang für die Kuppel

E= Eingang, um der Messe beizuwohnen.

 

piazza-del-duomo-map© Planetware.com

Der folgende Rat gilt für den Glockenturm und die Kuppel:

Besteigt diese nur, wenn ihr wirklich fit seid. Es sind 414 Stufen für den Turm und 463 Stufen für die Kuppel, die es in sich haben. Die Gänge sind sehr eng und die Decken tief. Im Glockenturm teilt mansich bei Auf-und Abstieg den selben steilen Gang und es passen keine zwei Personen nebeneinander. Wenn also einer entgegen kommt, muss man stehen bleiben. Bei der Domkuppel ist es besser geregelt. Hier gibt es separate Wege und teilt sich nur die Endstrecke. Ich habe auf dem Weg nach oben schon einige Male Pause machen müssen, da ich keine engen Räume mag, vor allem wenn es dunkel ist und man nicht das Ende sieht. Tragt daher bequemes Schuhwerk, trinkt genügend Wasser und macht auf jeder Ebene (es sind vier) eine kleine Pause. Für den Aufstieg benötigt ihrca. 45 Minuten.

Giotto Campanile

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Il Duomo

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Nachdem Ihr also den Glockenturm/Dom bestiegen habt und wieder auf dem Boden angekommen seid, gibt es nur eins zu tun: euch ein eiskaltes und leckeres Gelato zu gönnen. Direkt am Dom gibt es einige Eisdielen, die gute Gelati anbieten. Probiert mal das Edoardo, das Bio-Eis herstellt und etwas teurer ist. Zwei Scoops kosten 3 €, aber die selbst gemachten Waffeln sind der Hammer. Obwohl es an dem Tag heftig regnete und es sinnvoller wäre, eine Eiswaffel zu nehmen und in der anderen Hand den Schirm zu halten, entschied ich mich für die kunstvollen Waffelbecher. Zwar musste ich dann unter einem Dach warten, aber es hat sich gelohnt.

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Nach dem Mittagessen könnt ihr die Uffici oder die Galleria dell’Accademia besuchen. Ich habe diese auf den nächsten Tag geschoben bzw. die Uffici gar nicht besucht, da die Wartezeit zu extrem war.

Wenn ihr Glück habt, und am 1. Sonntag des Monats in Italien bzw. in Florenz seid, zahlt ihr für alle staatlichen Museen keinen Eintritt. Das bedeutet auch, dass die Warteschlangen sich verdoppeln, da die Florentiner das Angebot auch nutzen werden. Daher empfehle ich den Besuch der Uffizien an einem anderen Tag zu machen und den doch etwas happigen Eintritt von ca. 10 € pro Person zu zahlen. Die Schlange bei der Galleria dell’Accademia war an diesem Sonntag nicht so lange, da alle natürlich zu den Uffizien strömten.

Das Highlight der Akademie ist ganz klar Michelangelos vollkommener David. Diese Perfektion ist unglaublich! Weiterhin beinhaltet die Galleria schöne Renaissance Werke und ich fühle mich wie im Kunstunterricht. Diese Werke kommen mir bekannt vor. War das ein Triptrichon? Ist das der berühmte goldene Schnitt?

Sooo nach all dem aktiven Sightseeing seid ihr sicherlich fertig. Lasst den Tag doch bei einem Gelato (was sonst) und Spaziergang über die Piazza della Repubblica ausklingen. Lauscht den tollen Klängen der Straßenmusiker und esst esst esst. Keine Sorge, ein separater Artikel über Essen in Florenz sowie die besten Eisdielen der Stadt folgen demnächst 🙂

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