Ungewöhnliche koreanische Speisen

Die nächste Station der Südkoreareise bringt mich in die Gegend rund um Pyeongchang, dem Gastgeber der Olympischen Winterspiele 2018. Die Fahrt auf der koreanischen Autobahn ist sehr bequem, denn die Straßen sind nicht voll und überall nur Berge, Berge und noch mehr Berge. Landschaftlich bietet Südkorea eine atemberaubende Kulisse, die man selten sieht. Hier in München habe ich die Berge vor der Haustüre und als Saarländerin feiere ich diese Tatsache richtig. Berge vor der Tür, traumhafte Seen Minuten entfernt und im Winter gibt es meterhohen Schnee. Sowas gibt es bei uns im schönsten Bundesland nicht. Im Saarland gibt es nur gudd gess und jeder kennt jeden. Das ist eben das Saarland.

Pyeongchang

Überall Berge, hier in Geoje

Wenn der Schnee in Minga so richtig flockig flauschig fällt und ich draußen unterwegs bin, erfreut es mich. Als Autofahrerin verfluche ich dies jedoch. Bei Glatteis zu fahren … nicht mein Ding. Ihr könnt euch also vorstellen wie ich die Bergketten Südkoreas gefeiert habe. Nach ein paar Stunden Dauergrinsen tun mir doch die Backen etwas weh und der Hunger setzt langsam ein. Verhungern kann man in Südkorea nicht, denn jede Mahlzeit wird zelebriert. Die Gastgeber haben es besonders gut mit der deutschen Megagruppe gemeint, sodass wir zwischen 1 und 2 Stunden gegessen haben (und das ist nur das Mittagessen). Für das Abendessen waren dann sicherlich 2 Stunden und mehr eingeplant. Ein Wunder, dass ich überhaupt noch in meine Kleidung passe. 

Als wir nach über drei Stunden endlich halten, bin ich schon gespannt was es heute so Feines zum Essen geben wird. Bis jetzt hat mich die Küche nicht enttäuscht, aber man soll ja den Morgen nicht vor dem Abend loben und nun, es muss so kommen wie es eben kommt.

Das Essen schmeckt mir nicht. Ohgott. Ich verhungere. Wie soll ich den Rest des Tages überstehen?

Auf der Tageskarte steht das koreanische Gericht „Bibimbap“, welches aus gekochtem Reis, Rindfleisch, Mungobohnensprossen, Gemüse und einer scharfen Chilipaste besteht. Die einzelnen Komponenten werden auf den Reis gelegt und man rührt  den Reis erst beim Servieren um. An sich ein sehr einfaches Gericht, welches auch sicherlich schmeckt. Nur mir nicht, denn ich mag Reis nicht in großen Mengen. Bei mir reicht oft eine Schüssel Reis aus, auch nicht jeden Tag wie bei vielen asiatischen Familie. 3 Mal die Woche Reis ist mein Maximum. Meine arme Mutter musste daher sehr kreativ werden, damit ich nicht verhungere ⇒ Koch dir dein eigenes Essen Mai!

Vorne im Raum steht ein großer Steintopf in dem gekochter Reis gefüllt wird. Mitarbeiter der Kochschule bringen einzelne Zutaten und einige von uns „helfen“ beim Umrühren der riesigen Reismasse (als ob ich mit dem riesigen Löffel den Reis umrühren kann. Dazu habe ich keine Kraft. Außerdem bin ich hungrig). Anschließend wird das Essen in „hundenapfähnlichen“ Schüsseln gemeinsam mit Banchans serviert. 

Nun da man Essen nicht verschwendet, esse ich ganz brav meinen Napf auf. Von vielen meiner Mitreisenden kann ich das nicht behaupten, aber ich verstehe Sie. Das Gericht ist einfach nichts für den europäischen Magen und das Servieren in einem „Napf“ war da nicht ganz so ideal. Nach dem Mittagessen darf ich meinen Nachtisch kreieren: süße Reiskuchen.

 Ich lieeeeeeeeebe Reiskuchen. 

Klebrigen süßen Reiskuchen und am Liebsten mit Eis oder süßer Füllung.

Süße Reiskuchen sind eine typische asiatische Spezialität und in fast jedem asiatischen Land zu finden. In Vietnam, dem Land des „Reismehls“, machen wir aus Reis süßes und salziges Gebäck. Eines meiner Favoriten ist Chè trôi nước, eine vietnamesische Süßspeise, die aus gefüllten Reisklößen in süßer Kokosnuss-Soße besteht. Wenn ich mal Zeit habe, schreibe ich eine ausführliche Beschreibung zur vietnamesischen Küche.

In Japan wird der süße Reiskuchen „Mochi“ genannt und in Korea ist es nicht anders. Hier wird der Reiskuchen Chapssaltteok genannt. Maangchi, einer koreanische Foodbloggerin, zeigt euch hier wie man diese Leckereien zubereitet (und die Videos sind echt unterhaltsam, da Sie einen sehr starken koreanischen Akkzent hat, aber dies locker mit Humor überspielt).

Chè trôi nước

Bildnachweis: Chè trôi nước – Candy Can Cook

Das Prinzip des süßen Reiskuchens ist sehr einfach. Man nehme gekochten Reis und stampfe Ihn solange  bis er klebrig wird. Dann mische man ihn mit braunen Zucker und Erdnussmehl. Fertig. So schnell bekommt man mich glücklich. Kein Wunder, dass mir die nette Dame von KTO eine riesige Schachtel Mochi schenkte, die ich aber im Bus vergass. Wie madig.

 

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