Als ich mein Herz an Kambodscha verlor

Meine letzte Station in Südostasien war Kambodscha, Heimat des größten Tempels der Welt: Angkor Wat!

Von Saigon aus gibt es zwei Verbindungen nach Siem Reap: einen 45 Minuten Flug und eine 12 Stunden Busfahrt.

Der Flug wird von Angkor Airlines und Vietnam Airlines ausgeführt und die Monopolstellungen der beiden Linien führt zu einem überteuerten Preis von mindestens 180 USD pro Strecke. Eine Summe, die sich für die wirklich kurze Flugstrecke nicht rechtfertigen lässt. Wenn man noch den sehr günstigen Preis von 24 USD für die Busfahrt sieht und Abenteuer liebt, so fällt die Wahl nicht schwer. Anmerkung 2015: Nur für Backpacker und Abenteuer geeignet, da die Straßen katastrophal sind, besonders wenn man sich am Abend zuvor hat sich ein Khmer Tattoo stechen lassen! 

Air Asia, eine gute Billigairlines fliegt 2 Mal täglich von Bangkok nach Siem Reap und das für unschlagbare 50 USD. Ich schnappte natürlich zu und entschied einfach von Bangkok nach Siem Reap zu fliegen und von dort aus den CAT Mekong Express zu nehmen um  nach Saigon, zu fahren.

Visa – on – Arrival

Das 30 Tage Visum bekommt man am Flughafen ausgestellt. Dazu werden Formulare während des Fluges verteilt, die man mit 20 USD und einem Passbild bei den Beamten am Schalter abgibt. Dies dauert weniger als 10 Minuten. Akzeptiert werden nur US Dollar Scheine, aber es gibt einen Geldautomaten direkt am Schalter. Man braucht für ein VOA in Kambodscha – 1 Passphoto – 1 ausgefüllten VOA Antrag – seit 1. Oktober 2014 30 USD, davor 20 USD – 1 Reisepass mit mind 6 Monaten Gültig

Ankunft im Hotel

Der Flughafen ist 15 Minuten Tuk Tuk Fahrt entfernt. Die meisten Hotels bieten einen kostenlosen Abholservice an, den man auch nutzen sollte. Eine Taxifahrt würde 7 USD kosten.

Ich blieb die erste Nacht in der Golden Butterfly Villa, einem Gästehaus der Extraklasse mit spitzen Bewertungen auf Tripadvisor. Geplant war zuerst nur eine Nacht in Siem Reap und die direkte Weiterfahrt am nächsten Tag, aber es kam ganz anders. Mein Fahrer Mr Thorn brachte mich zur Villa, einem mehrstöckigen orangenem Gebäude in der Altstadt, gleich um die Ecke vom Nachtmarkt. Ich wurde von einer Armada von Bediensteten begrüsst (Ok, das ist übertrieben, aber 4 Leute pro Gast ist schon gewöhnungsbedürftig), die sich vorstellten und mir einen Begrüssungseistee, Bananenchips und Reiskuchen reichten. Mein Zimmer war noch nicht bezugsbereit, aber das machte nichts, da ich sowieso 2 Stunden zu früh war. Ich liess mich von dem sehr sehr freundlichen Personal wegen einer Tour zu Angkor beraten. Leider fingen die besten Touren relativ früh an und gingen bis in den Mittag, sodass ich mich entschied den morgen danach eine zu machen. Zunächst waren nur zwei Tage geplant, weil ich es eilig hatte nach Saigon zu fahren. Schließlich bin ich schon 4 Wochen durch Vietnam und Thailand gereist und vermisste meine Familie, Freunde, Essen und und und (es gibt zahlreiche Gründe Vietnam zu lieben und wenn es nur Omas Pho Bo ist!)

Die Sonnenaufgang-Tour sollte um 5 Uhr morgens beginnen und mich u.a zu den wichtigsten Tempeln Angkor Wat, Bayon und Ta Prohm bringen. So ging ich also super früh ins Bett und schaffte es zu verschlafen …

Bewölkter Sonnenaufgang bei Angkor Wat

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Mein privater Fahrer Mr Thorn (der mich auch schon vom Flughafen abgeholt hat), stand um 5 Uhr auf der Matte während ich noch in den Federn lag, denn mein Handywecker klingelte einfach nicht. Netterweise rief mich die Rezeption an und ich legte ein Tempo ein, dass schon rekordverdächtig war. Das Problem war , dass ich am Vormittag auschecken sollte, denn das Golden Butterfly Villa war ausgebucht. Die nächste Nacht musste ich leider im Claremont Hotel verbringen, das etwas teurer war und nicht so zentral lag. Der Pool und die Panorama Terrasse waren jedoch ausschlaggebend für meine Entscheidung. Also stand ich da um viertel nach fünf und musste zu Ende packen und mich fertig machen. Nach gefühlter Ewigkeit stürzte ich die Treppen runter und nahm im Flug mein Lunchpaket entgegen.

Da ich gestern bereits zum Sonnenuntergang auf Phnom Bakheng war, musste ich kein neues Ticket kaufen, sondern konnte meinen Tagespass verwenden. Ich empfehle direkt einen Drei-Tages-Pass zu kaufen, der dann nur 30 USD kostet (Stand 2014). Das Bild ist schrecklich ich weiß, aber naja wir sind ja auch in Kambodscha.

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Es war ein sehr bewölkter Morgen und der Sonnenaufgang war nicht so phänomenal wie auf den Postkarten. Nichtsdestotrotz war es ein mystischer Sonnenaufgang, den ich mein Leben nicht vergessen werde. Wer kann schon behaupten Angkor Wat gesehen zu haben? Meine Empfehlung: Wander durch die Anlage selbst, während jeder andere draußen gafft. Es ist unbeschreiblich durch diesen Tempel zu wandern. Die Zeit bleibt stehen und du spürst diese Ehrfurcht. 

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Nachdem ich als einer der ersten das Innere von Angkor Wat angeschaut habe (alle anderen waren beschäftigt die Sonne hinter den Wolken zu finden), ging es zu Angkor Thom, der ehemaligen Hauptstadt des Khmer Reiches. Der beliebteste Tempel in Angkor Thom ist Bayon, der Tempel mit dem 46 Säulen und den 200 eingemeißelten Felsengesichtern.

Bayon ist ein geheimnisvoller Ort. An jeder Säule sind Gesichter angebracht, Jahrhunderte alt. Sie schauen dich an, allwissend, und in dem Augenblick bleibt die Zeit stehen. Du frägst dich was ihre Geschichte ist und wie Menschen es geschafft haben so ein Bauwerk zu errichten.

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Der nächste Tempel war der Tempel des Leprakönigs, eine Anlage die vor kurzem erst freigegeben wurde. Der Pyramidenförmige Tempel wurde nach seinem Erschaffer, einem König genannt, der Dada an Lepra erkrankte und dort beigesetzt worden ist. Nach 3 Stunden in der prallen Sonne und entschied ich mich eine Pause einzulegen. Dazu bestieg ich ALLE Stufen der Pyramide und machte es mir oben gemütlich. Dort verweilte ich eine Stunde bevor es zu den nächsten 5 Tempeln ging. Ja, ich kann fast überall einschlafen, auch mal auf einem heiligen Tempel. Ich hoffe, man verzeiht es mir, aber ich war wirklich sehr müde.

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Mein Lieblingstempel ist euch allen sicher bekannt. Er wird von den Khmer Ta Prohm genannt und wurde als Kulisse für den ersten Tomb Raider Film genutzt. Er ist einer der wenigen Tempel, die in seiner Ursprungsform gelassen wurde. Hier nimmt sich die Natur, was einst ihr gehörte. Bäume schlagen wurzeln über die vergessene Ruinen, Hallen stürzten ein und doch ist dieser Ort so unbeschreiblich schön. So schön, dass es mir den Atem raubt und ich nicht mehr gehen möchte. So schön, dass ich wünschte ich würde hier in Angkor leben und diesen Anblick jeden Tag genießen können.

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Nach all den Tempelbildern folgt nun zum Schluss eine schrecklich-lustige Anekdote.

Stellt euch vor Ihr spaziert durch den Dschungel Kambodschas. Ihr sucht euren Tuk Tuk Fahrer, der euch eine  Plan in die Hand gedrückt hat und zeigt wo er später auf euch warten wird. Ihr kommt an einen Kreuzung. Es herrschen 40°C im Schatten und das bereits um 10 Uhr Morgens. Ihr seid alleine unterwegs, im Dschungel Kambodscha und alles sieht gleich aus. Langsam kommt euch das Gefühl auf, dass Ihr euch verlaufen hat… Und plötzlich hört ihr ein Geräusch. Es raschelt hinter euch und von allen Seiten tauchen süße kleine Affen auf. Es bleibt jedoch nicht bei ein paar Affen, sondern es werden immer mehr. Noch macht ihr euch keine Sorgen, da die Affen noch mindestens 5 Meter entfernt sind. Sie klettern auf den Bäumen rum und da seht eine Affenfamilie. Natürlich wird ein Foto gemacht. Schlimmste Entscheidung eures noch jungen Lebens, denn die Affen finden das nicht lustig. Von allen Seiten kommen Sie und los geht die Jagd. Ihr lauft um euer Leben, die schnellsten 3 Kilometer eures Lebens und habt Affen nun nicht mehr so gern:)

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Noch sind Sie friedlich
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Hmm wer macht da unerlaubt ein Foto von uns?
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Auf Sie mit Gebrüll!
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Ai Ai Chef!!!

Angkor Wat und der dazugehörige Angkor Archaelogical Park sind das Highlight meiner Asienreise. Ich bin in 4 Wochen durch 3 Länder Indochinas gereist und habe mich nie so wohl gefühlt wie in Kambodscha. Hier waren die Menschen so herzlich und so warm, sodass ich gar nicht mehr gehen wollte. Kambodscha ist ein leider sehr armes Land, aber die Menschen geben gerne etwas von ihrem Essen her und teilen dir ihre Geschichte mit. Ich habe leider nur sehr wenig Zeit dort verbracht, werde aber auf jeden Fall nochmal hier hin reisen. Ich kann euch Kambodscha nur ans Herz legen.

 

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