Japan 2026 – Roadtrip Hokkaido (Sapporo, Hills of Buddha, Stone Henge und Otaru)

Wer hätte gedacht, dass ich 4 Monate nach meiner letzten Japan-Reise wieder im Flieger nach Japan sitze. Hokkaido war diesmal unser Ziel – genau, mein Mann ist wieder mit am Start. Bei der letzten Reise konnte er wegen einem Jobwechsel leider nicht mit, und diesmal wollte er sich den Spaß nicht entgehen lassen. Wir entschieden uns für Ende April, wohlwissend dass wir genau in die goldene Woche kommen, aber anders war es leider nicht machbar.

Die goldene Woche (29. April bis 6. Mai)

Wir empfehlen in der Regel die goldene Woche zu meiden, da viele Japaner frei haben und die beliebten Ziele wie Osaka und Kyoto ansteuern. Die Züge sind voll, und man sollte vorab Sitzplatzreservierungen tätigen. Viele Attraktionen sind mit langen Wartezeiten verbunden (Japaner stehen gefühlt auch gerne an) und es ist einfach viel voller als sonst.  Den Anfang der goldene Woche verbrachten wir beide in Hakodate in Hokkaido, dann ging es Ende der Reise für 6 Tage nach Tokyo. In Hakodate war es oben auf dem Berg Hakodate extrem voll, und nicht so schön. Hier merkte man die Auswirkungen der goldenen Woche extrem. In Tokyo war es jedoch super entspannt, ja schon angenehm. Daher, ja meidet die goldene Woche, wenn ihr auf der goldenen Route unterwegs seid, aber wenn ihr nur in Tokyo seid, ist es in Ordnung. Wir haben in Tokyo aber auch keine bekannten Sehenswürdigkeiten besucht, da wir bereits mehrmals hier waren.

Warum Hokkaido ?

Wir hatten die Auswahl aus Hokkaido und Okinawa. Okinawa wäre die perfekte Reisezeit gewesen, jedoch sind wir beide keine Strandgänger. Ein Hotel mit Meerblick und Pool ist super, aber wir brauchen mehr. Ausflüge, Action und Cities. Drei befreundete Pärchen  waren bereits in Okinawa und das Fazit war immer gleich: Es ist nett, aber nicht weltberauschend. Etwas amerikanisiert, nicht so gutes Essen, schöner Strand. Als Foodie ist für mich schlechtes Essen ein No-Go. Mein Mann denkt da ähnlich und wir entschieden uns dann für Hokkaido – wohlwissend, dass es Low Season ist, und relativ grau sein kann.

Flug nach Sapporo

Diesmal flogen wir mit China Airlines via Taipei nach Sapporo und der Flug war mit 19 Stunden extrem lange, aber entspannt. Die China Airlines (nicht zu verwechseln mit Air China) ist eine moderne Airlines mit topnotch Entertainment System und gutem Essen. Die 13 Stunden nach Taipei waren gut, und in Taipei hatten wir ca. 2 ½ Stunden Umsteigezeit. Da ich im Herbst bereits mit EVA Air in Taipei war, war es beim Umstieg recht entspannt. Wir konnten in aller Ruhe einen Kaffee und eine leckere Rindfleischnudelsuppe konsumieren.

Weitere 4 Stunden später erreichten wir Chitose Airport, einer der faszinierendsten Flughäfen Japan. Meine DMC Partnerin beschrieb es als eine Art Themenpark, denn es gibt hier alles von Schokoladenmuseum, Kinderattraktionen, Shops fast alles was das Herz erfreut. Und es gibt ein Pokemon Center, welches das limitierte Pikachu als Pilot und Luftbegleiterin anbot. Diese gibt es auch in Narita und Haneda, jedoch finde ich diese zu „normal“, denn mit CTS ist es doch viel süßer, oder ?

Monterey Edelhof Sapporo

Der Airport Bus bringt einen für ca 1000 Yen (IC Card oder Bargeld). entspannt nach Sapporo und wir entschieden uns für das 4* Hotel Edelhof Monterey. Die Haltestelle ist direkt vor dem Hotel, der Odori Park um die Ecke und man ist schnell in der Innenstadt und am Bahnhof. Da wir relativ früh gebucht haben, war es relativ „günstig“. Die Zimmer in Sapporo sind wesentlich größer als in Tokyo. Unser South Annex Twin Bed Room war 29 m2 groß und total schön. Einzier Nachteil: das Zimmer liegt im neuen Anbau und man muss einmal runter in die Lobby fahren und dort den Aufzug in den 14. Stock nehmen, um das Onsen zu besuchen. Man darf leider nicht mit den vom Hotel gestellten PJs durch die Lobby laufen, daher war es etwas umständlich für mich. In Hokkaido sind viele Hotels mit richtigen Onsenwasser ausgestattet, ein Paradies für Wellnessfans und Foodies – also 100 % für mich.

 

Das Monterey Edelhof ist eines der Grand Hotels der Stadt und hat das größte Onsen Sapporos. Es kann durchaus abends voller werden, jedoch ist es morgen und am Nachmittag sehr entspannt. Hier kann man mit abgedeckten Tattoos entspannen. Die inkludierte Ruhelounge ist mit kostenlosem Eis und Getränken ausgestattet. Was für ein Service. Und habe ich den Ausblick erwähnt ?

4 Tage Sapporo

Sapporo ist die Hauptstadt Hokkaidos und sehr kompakt. Man kann fast überall hinlaufen, aber es gibt auch eine U-Bahn. Da wird am Odori-Park wohnten, sind wir einfach nach Susukino, dem Ausgehviertel gelaufe. Die besten Viertel für Touristen sind Odori und Susukino. Für junge Paare, die mitten im Geschehen sein möchten, empfehle ich Susukino. Für Familien oder ältere Touristen, die es ruhiger mögen Odori. Der Hauptbahnhof ist für Reisende, die gerne Ausflüge machen, natürlich ideal. Und wusstet ihr, dass es zwischen Sapporo Station / Ekimae in Japanisch und Odori eine Untergrund-Passage gibt. So kann man entspannt im Winter einfach unterhalb der Stadt von A nach B gehen. Toll oder ?

 

Sapporo ist bekannt für sein Schneefestival im Februar und dient als Gateway zu den bekannten Schneepisten Nisekos, welche ca. 2 Stunden entfernt sind. Im Winter ist Hokkaido der Traum aller Schneefans und der Puderschnee Sapporos soll der schönste sein. Viele Australier fliegen nach Hokkaido, um Ski zu fahren. Es ist also schon lange kein Geheimtipp mehr.

In Sapporo kann man in drei Tagen eigentlich alle Sehenswürdigkeiten wie das Government Building / Red Brick, das Sapporo Bier Museum, den Nijo Markt und Mt Moiwa besichtigen. Wir entschieden uns für 4 Tage, da wir erst am Nachmittag landeten und erst Mal ankommen möchten.

 

In Hokkaido liegt der Fokus viel auf Seafood, gutem Essen und Natur. Die Insel ist ganz anders als das restliche Japan – anders als Honshu und Kyushu. Es ist wilder, rauer und unberührter. Die Bäume sind Ende April noch kahl, es ist grau und doch recht kühl. Ich schätze, dass wir so 7-10 °C Grad hatten, daher auch wieder hier mein Tipp Schichten zu tragen. Mein To Go Tipp ist Heattech von Uniqlo. Die Unterwäsche und Unterhemden halten einen extrem warm. Ich kombiniere gerne ein Heattech BH-Top mit einer Weste, dann dazu eine leichte Daunenjacke, Handschuhe und Ohrenwärmer oder eine Mütze. In den Geschäften ist es extrem warm und man schwitzt ohne Ende. Draußen ist es abends recht kühl, daher Layer, Layer, Layer.

Restauranttipps: Wir entdecken Garaku Soup Curry erst in den letzten Tagen (zu beschäftigt mit Miso Ramen und Yakiniku Like) und bereuen es heute immer noch, nicht öfter da gewesen zu sein. Soup Curry ist ein aus Sapporo stammendes Gericht, eine intensive Brühe, welche mit frittierten Gemüse und Reis serviert wird. Sehr wärmend, deftig und unglaublich lecker. Garaku ist einer der Top Favoriten in Sapporo und eine Reise wert. 5/5

Sakura in Sapporo

Die größte Überraschung für mich war die anstehende Sakura. Mir war nicht bewusst, dass die Sakura so spät Hokkaido erreicht. Wir kamen gerade in Sapporo an, wo die Cherry Buds anfingen zu blühen. Noch ein paar Tage und sie blühen komplett auf. Wow, dass ich das noch erlebe die Sakura in Japan und das nicht in Hokkaido. Vor unserem Hotel waren auch einige Kirschbäume, die schon blühten, daher musste mein Mann dann als mein persönlicher Fotograf herhalten und ganz viele Bilder schießen. Ich verstehe, warum die Kirschblüte so beliebt ist, aber sie ist so unvorhersehbar und so kurz, daher würde ich persönlich darauf zählen, dass die Sakura auch eintrifft. Man kann versuchen zwischen Mitte März und Anfang April zu reisen, aber eine Garantie gibt es nicht. Ich finde persönlich die Herbstlaubfärbung schöner, denn es ist viel farbenfroher und dauert auch länger an.

Die besten Spots für Sakura-Spotting: Maruyama Park und Odori Park (Ab Anfang Mai bis Mitte Mai).

Vorbereitungen für Hokkaido

Hokkaido ist Heimat der japanischen Ezo-Braunbären. Das darf man nicht vergessen, daher sollte man sich gut vorbereiten. Wir entschieden uns dafür nicht abseits der Pfade zu wandern, und kauften im Daiso Bärenglocken. Gegen Ende April wachen die Braunbären aus dem Winterschlaf und sind auf der Suche nach Essen. Daher ist es immens wichtig nicht alleine in Wäldern oder Nationalparks zu gehen. Nehmt Glocken oder ein Radio mit. Macht Lärm, wenn ihr unterwegs seid. Geht in einer großen Gruppe und wenn möglich habt ein Bärenspray dabei. Dieses bekommt ihr in Sapporo in Spezialläden wie Bellmont.

Der Roadtrip beginnt

Wenn es eine Insel gibt, die öffentlich schlecht angebunden ist, dann ist es Hokkaido. Die Städte liegen weit auseinander und man kommt nicht drum rum mit dem Mietwagen zu fahren, wenn man mehr als Sapporo und Otaru machen möchte. Ich bin 2017 schon mal in Tokyo Go-Kart gefahren, aber das ist sehr lange her. Als Deutsche Staatsangehöriger gilt der Internationale Führerschein nicht in Japan und man muss eine offizielle Übersetzung des Führerscheins beantragen. Das kann bequem in Deutschland über das ADAC Bayern oder über diverse Dienstleister beantragt werden. Der aufwendigste, jedoch günstigste Weg ist über das JAF in Japan.

Führerschein übersetzen lassen

Vor Corona konnte man bequem zur Aussenstelle gehen und diese beantragen. Das wurde nun umgestellt und man muss nun alles online einreichen, jedoch nur über eine japanische Adresse. Die Bearbeitungsdauer kann bis zu 14 Tagen beantragen, und da wir nur 4 Tage in Sapporo hatten, entschied ich mich dies über eine VPN zu lösen. Die japanischen Webseiten sind ja bekanntlich nicht die modernsten, aber da ich mittlerweile Profi bin, war es auch kein Hexenwerk. Ich füllte alle notwendigen Unterlagen aus, lud die Kopie unseres Passes und der Führerscheine hoch, bezahlte und wartete. Nach nur 2 Werktagen war die Übersetzung auch schon da. Leider gilt der Druck-Code nur 7 Werktage, daher musste ich bei Ankunft in Sapporo mich erneut einloggen, den Code erneuern und dann in einem 7/11 Nahe des Hotels ausdrucken. Alles machbar, jedoch zeitaufwändig. Daher empfehle ich euch alles vorab zu machen, auch wenn es mehr kostet.

Mietwagen buchen

Es gibt viele Mietwagenanbieter in Japan. Toyota Rent a Car, Nippon Rent a Car, Sixt oder Times sind einige Namen, die ihr online findet. Da wir den Wagen in Sapporo annehmen und in Higashi-Muroran abgaben, mussten wir einen Anbieter finden, der in beiden Städten eine Filiale besass. Toyota Rent a Car und Nippon Rent a Car kamen daher für mich in Frage und am Ende entschied ich mich für Nippon Rent a Car, da die Filiale gegenüber vom Bahnhof lag. Toyota ist ca 10 Minuten entfernt, aber diese 10 Minuten mit Gepäck ? Nein danke.

Der Prozess ist relativ einfach und selbsterklärend. Ich entschied mich für einen Standardwagen (keinen Kastenwagen namens Keio), der etwas mehr PS hatte und durch einen Promotioncode war auch das Double Protection Package im Preis inklusive. Für 5 Tage Mietwagen mit Einwegmiete zahlten wir ca. 350 €. Nicht günstig, aber notwendig. Weiterhin empfehle ich euch die ETC Karte mitzubuchen, damit ihr auf der Autobahn die ETC Lane durchfahren dürft. Bezahlt wird dann bei der Abgabe des Mietwagen. Man kann natürlich auch Bar zahlen, aber hey, die Karte kostet nur ca 700 Yen mehr und es ist wesentlich entspannter. Nicht, dass jetzt in Hokkaido viel Verkehr herrscht … Falls ihr im Winter reist, sind Winterreifen und Allradantrieb inklusive. Ich war mir noch unsicher, und buchte meine separat auf, da wir noch Niseko fuhren.

Wir spazierten mit unserem Gepäck 10 Minuten zur nächsten Filiale. Der Mitarbeiter der Nippon Rent a Car war sehr freundlich und sprach kein Englisch. Wir kommunizierten wie gewohnt mit Händen und Füßen und einer Übersetzungsapp. Er fragte nach der Übersetzung meines Führerscheins, Reisepass und der Unterlagen. Nach kaum 5 Minuten (wir waren natürlich wie immer gut vorbereitet) draußen und inspizierten den Wagen. Es gab einige Kratzer, die jedoch vermerkt waren. Der Mitarbeiter wies uns darauf hin, dass immer die Polizei gerufen werden soll, auch bei Kratzern, damit man einen Bericht erhält, der für die Versicherung wichtig ist. Alles klar. Kratzer gleich Polizei.

Sapporo – Hills of Buddha – Otaru 

Die ersten 5 Minuten waren ungewohnt, und ich fuhr im Schneckentempo auf die Hauptstrasse. Die Sapporer sind super entspannte Fahrer und ich fühlte mich relativ schnell sicher. Nun gut, Blinker und Scheibenwischer wurden immer mal wieder verwechselt und ich vermied einfach rechts abzubiegen, wenn es ging 😉

Unsere nächste Station war Hills of Buddha, welches von Tadao Ando designed wurde. Es handelt sich dabei um einen großen Stein-Buddha mitten in den Lavenderfeldern (Blütezeit im juli). Gleich nebenan liegt der Makomanai-Takino-Friedhof und Stonehenge.

Der Kopf des 13 m große Buddha ragt oben heraus und ist wirklich ein Kunstwerk. Wir verbrachten ca. 2 Stunden hier und genossen die Ruhe und Abgeschiedenheit.

Otaru

Eine Stunde später erreichten wir unsere Basis für die nächsten 3 Tage: Otaru, eine kleine Küstenstadt, die viele Tagestouristen anlockt. Wir wohnten im Grids Premium Otaru und waren zufrieden. Das Zimmer war mit 16 qm etwas kleiner als in Sapporo, aber die Lage unweit von dem Kanal, sowie das wunderschöne Open Air Onsen auf dem Dach machten es zu einem idealen Hotel. Weiterhin gab einen Hotelparkplatz, der jedoch nicht vorab reserviert werden konnte. Wichtig ist, dass man nicht direkt auf den Parkplatz fahren kann. Man durfte erst ab 13 Uhr den Parkplatz befahren. Wir waren etwas früher dran und parkten den Wagen temporär wo anders. Als es 13 Uhr war, konnte man auf einem zugewiesenen Parkplatz parken, das Gepäck abgeben und die Stadt entdecken. Otaru ist nicht besonders groß, aber sehr süß. Wir erkundeten die Einkaufsstraße, gingen ins bekannte Glasspielmuseum und shoppten für Souvenirs. Um 15 Uhr checkten wir ein und machten erst Mal ein für Asien typisches Nickerchen. Ok, mein Mann schlief, während ich im Onsen döste und auf das Meer hinausschaute. Einfach traumhaft.

Zum Abendessen wollten wir in eines der zahlreichen Fischrestaurants gehen. Nun, was wir nicht wussten oder unterschätzten, war die frühe Schließung japanischer Restaurants. Viele Restaurants in der Hauptstraße schließen am frühen Abend, da diese alle auf Tagestouristen aus Sapporo ausgelegt sind. Wir fanden keines der Restaurants, die uns das Hotel empfohlen hat offen bzw. waren einfach mit 18/19 Uhr zu spät dran. Kein Problem, es gibt ja googlemaps und tabelog. Ich schwärmte meinem Mann von der japanischen Pizza vor, die ich Takeo-Onsen hatte und wir entschieden uns für das The Coast Bar & Pizza. Es handelte sich um eine kleine japanische Bar mit maximal 10 Sitzplätzen. Wir saßen am Tresen, genoßen einen Vino und sahen zu wie der Inhaber zu sehr guter Hip Hop Musik / Black Music Pizzen kreierte. Ich gebe zu, dass japanische Pizzen nicht günstig sind (ca. 20 €), aber diese war wirklich sehr gut. Wir hätten durchaus günstiger essen können, aber die Auswahl in Otaru ist abends doch beschränkt. Am nächsten Abend entschieden wir uns einfach früher zu essen und fanden ein Seafood-Restaurant hinter dem Glassspielmuseum, welches dann bis 19! Uhr geöffnet hatte. Wir waren die einzigen dort, aber es war sehr lecker und witzig, denn das Essen wird als Seafood Boil auf dem Tisch serviert und man isst mit den Händen in Plastikhandschuhen gewickelt. Ein unvergessliches Erlebnis.

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