Ende November letzten Jahres entschied ich mich nach Japan zu reisen, einer meiner absoluten Lieblingsdestination.
Ich habe schon sehr lange keine Solo-Reise gemacht und war leicht aufgeregt. Die meisten meiner Reisen sind geschäftlicher Natur oder werden von meinem Mann oder meiner Familie begleitet. „Traust du dir dazu alleine durch Japan zu reisen“ ? – fragten mich Freunde und Familie und die Antwort lautet „Ja!“. Wenn nicht Japan, wo dann ? Kein Land dieser Welt ist so solo-friendly und sicher.
Ich erinnere mich noch, wo ich meinen 26. Geburtstag alleine in Florenz verbrachte, oder mit Anfang 20 alleine Edinburgh erkundete. Es war ein einsames Gefühl. Man wurde schräg angeguckt, wenn man einen Tisch für eine Person anfragte. Dieser mitleidige Blick, tat weh. Aber was macht man, wenn man keine Reisebegleitung findet ? Nicht verreisen ? Daheim bleiben und hoffen, dass sich eines Tages jemand findet ?
Nein, das sollte man nicht. Die Welt ist so unglaublich groß und schön, und es gibt so viele Orte zu sehen. Es wäre eine Vergeudung der Lebenszeit die Welt nicht zu bereisen.
Daher buchte ich Anfang September meine Japan-Flüge mit Air China für unglaubliche 660 € in Economy (Sie waren teilweise bei 580 €, aber ich habe zu spät gekauft). Air China ist eine chinesische Airlines und wir haben bis jetzt gute Erfahrung gemacht. Man fliegt zwar über Russland nach China, aber Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt absolut. Nichts erwarten, und einfach ankommen. Für den Preis kann ich absolut nicht meckern.
Mitte November machte ich mir doch einige Sorgen, da sich die politische Lage zwischen China und Japan anspannte und viele Flüge von Festland China nach Japan gestrichen wurden. Ich sprach mit AirChina und mein Flug wurde zum Glück nicht gestrichen. Wenn dies der Fall gewesen wäre, erhalte ich das Geld zurück oder werde auf einen Alternativflug gebucht.
Da dies nun meine dritte Japan-Reise war, entschied ich mich für das ländliche Japan. Ich kenne die goldene Route sehr gut und hatte keine Lust mit den vielen Touristen zu reisen. Eine Kollegin aus der Touristik gab mir mal den Tipp nach Kyushu zu reisen, und das war der allerallerbeste Tipp. Kyushu, die südlichste der 4 Hauptinsel Japans, ist ein verstecktes Juwel und eine Reise wert.
Wer weg von den Großstädten möchte, und viel Natur und Slowtraveling mag, wird in Kyushu glücklich werden.
Mein Flug ging über Peking nach Tokyo-Haneda und von Tokyo-Narita zurück nach Frankfurt. Daher verbrachte ich erst Mal einige Tage in Tokyo, um mich zu akklimatisieren und Freunde zu besuchen.
Reisetipp 1: Tokyo am Ende jeder Japanreise, macht absolut Sinn, denn dann kann man einfach so gut shoppen.
Was kann man alles in Tokyo unternehmen, wenn man bereits mehrmals dort war ?
Es gibt so viel zu sehen und erleben. Auf unserer letzten Japanreise habe wir Shibuya Sky, Teamlab Borderless und das Pokemon Cafe besucht. Für diese Reise habe ich einen Ausflug zum Fuji, Disney Sea und Teamlab Planets geplant.
Ausflug zum Mt. Fuji
Ende November war die Herbstlaubfärbung in Tokyo in vollem Gange und ich konnte das herbstliche Tokyo genießen. Es war einfach magisch. Alle war golden gefärbt und trotzdem war es mit 20 ° Grad angenehm warm. Ich übernachtete in Shinjuku-Sanchome (Via Inn Shinjuku) und fand es klasse. Es war ruhig und trotzdem war ich in 5 Minuten im Shopping- und Ausgehviertel. Shinjuku-Station ist nur 15 Minuten zu Fuss entfernt. Die nächste Station Shinjuku-Sanchome ist auch nur 4 Minuten entfernt. Von Busta Shinjuku (der Busbahnhof Shinjukus) fahren regelmässig Highway-Busse zu zahlreichen Zielen rund um Tokyo.
@oh.thoseplaces When you finally made it to Mt Fuji 🗻 #fujisan #mtfuji #japan
Die Bustickets sind unter dieser offiziellen Webseite 30 Tage im Voraus buchbar und sollten auch reserviert werden, da man sonst Gefahr läuft keine Tickets mehr zu bekommen. Vor allem in der Hochsaison (Kirschblüte, Oben und Golden Week sowie Weihnachten und Neujahr). Ich entschied mich daher für den 07:35 Bus nach Fujikawaguchiko. Eine Station vorher, in Shimiyoshida, liegt die Chureito Pagode, daher buchte ich meinen Bus dort hin und von Fujikawaguchijko zurück nach Shinjuku. Die Tickets liegen bei ca. 4400 Yen für Hin-und Zurück. Eine kurzfristige Stornierung ist bis ca 1 Stunde vor Abreise möglich und die Stornogebühren liegen bei ca 100 bis 200 Yen.
Die Busfahrt dauert ca 1 ½ Stunden und ist sehr entspannt.
Vom Bahnhof Shimoyoshida spaziert man ca. 20 Minuten zum Arakurayama Sengen Park. Die Chureito Pagode liegt etwas höher und es gibt zwei Möglichkeiten hochzukommen: die sehr steilen Treppen oder den entspannten Pfad, der serpentinenartig nach oben führt. Anfang Dezember war es angenehm, sodass ich nach dem Erklimmen der Stufen ins Schwitzen kam.
Reisetipp 2: Für Anfang Dezember empfehle ich den Layer-Look. Ich trug eine leichte Pufftech-Winterjacke, eine Pufftech-Weste und ein Heattech-Top von Uniqlo. Packt für Japan so wenig wie möglich ein, denn ihr könnt alles vor Ort in Uniqlo kaufen (bis Größe XL im Shop, alle anderen Größen müssen vorab in den Shop geliefert werden. In Deutschland trage ich bei Uniqlo S und M, daher muss ich eine Größe nach oben gehen (M und L, teilweise aber auch XL).
Jeder kennt dieses berühmte Foto von der roten Chureito Pagode und dem magischen Mt. Fuji. Ein absolutes Muss. Was nur die wenigsten wissen ist, dass Fuji-San sehr schüchtern ist und man ihn nur ca 80 Tage im Jahr sehen kann. Meistens versteckt er sich hinter dichten Wolkendecken. Die schneebedeckte Kappe sieht man auch nur im Winter, daher ist die beste Zeit, um Fuji zu sehen der Winter. Es ist kälter und es entstehen weniger Wolken. Ich kann euch die Webseite SeeMtFuji empfehlen, denn dann könnt ihr entscheiden, ob ihr hinfahren möchtet. Für die ganze Woche war eine Wahrscheinlichkeit von 10 herausgegeben worden, sodass ich natürlich hin musste. Es war auch mein erster Besuch beim Fuji, denn 2024 entschieden wir uns wegen der schlechten Wahrscheinlichkeit (2) dagegen.
Was kann man denn alles am Lake Kawaguchi machen ?
Leih dir ein E-Bike aus und radel um den See. Probier auch das Milcheis dort, denn das ist absolut lecker. Es gibt gleich eins neben dem berühmten Lawson Markt mit dem Fuji im Hintergrund. Der liegt direkt neben dem JR Bahnhof Fujikawaguchiko und ist sehr überlaufen. Nicht unbedingt sehenswert.
Ich finde es viel schöner, wenn man in Shimoyoshia spazieren geht und dort Bilder von Fuji-San macht. Auch solltet ihr bei Chureito weiter nach oben gehen, denn dann hat man eine noch bessere Aussicht. Weiterhin habe ich die Seilbahn benutzt und von dort oben einen tollen Blick auf den See gehabt.



Disney Sea
Ein Freund, der in Tokyo wohnt schwärmte mir von DisneySea und ich entschloss spontan am selben Morgen ins DisneySea zu fahren. Zum Glück gab es noch Tickets (9400 Yen, ca 52 € ), sodass ich voller Vorfreude den Bus von Tokyo Station zu Disney Sea nahm. Der Park sollte erst 9 Uhr öffnen und ich war gegen 09:30 Uhr im Park. DisneySea ist ein Ableger von DisneyLand, aber wird von einer japanischen Firma verwaltet und ist einzigartig. Das Wasser-Thema ist allgegenwärtig und es ist wirklich eine architektonische Meisterleistung. Die Detailliebe ist unglaublich.
@oh.thoseplaces I visited Tokyo DisneySea and it was awesome. DisneySea is so unique and really out of this world. The architecture, the theme is on point and so beautiful. Make sure to visit the best theme park ever when you are in Tokyo. Also take in account that Queueing is Japans unofficial sport. Buy your PDA for Frozen first. Then Soaring, Journey and Rapunzel. Its worth the money cause nobody wants to wait 200 Min 😅 #tokyo #disneysea #japan #frozen #tokyodisneysea


Normalerweise bin ich was Themenpark angeht gut vorbereitet. Nur heute nicht. Ich liess mich treiben und wollte zuerst zum neuen Bereich Fantasy Spring. Die Schlagen für die Attraktionen Frozen und Rapunzel waren um die Uhrzeit schon bei ca 120 Minuten, sodass ich in voller Panik in die DisneyApp ging und DPA kaufte. Leider war Frozen nicht mehr verfügbar, sodass ich für 2000 Yen Rapunzels Lantern Festival kaufte. Mit meiner Trade Republic Karte war das ein Kinderspiel (konfiguriert diese bereits vor dem Eintritt in der App). Die Fahrt war super, aber einfach zu kurz. Gefühlte 3 Minuten sind dann doch etwas kurz für die Warterei.
Was sind DPA ?
Disney Premier Access sind Fast Passes, die man kaufen kann, um die Line zu überspringen und weiter nach vorne zu kommen. Ich kann diese nur empfehlen. Leider sind diese nur nach Scannen der QR Codes innerhalb des Parks möglich. Daher kauft eure DPAs direkt nach dem Einlass. Fangt am besten an mit Frozen, Soaring, Journey to the Earth und Rapunzel. Es gibt noch die 40th Anniversary Pass, die kostenlos sind. Achtung: Es kann immer nur ein DPA und 1 Anniversary Pass gebucht werden. Wenn die QR Codes eingescannt sind, könnt ihr während ihr ansteht schon die nächsten kaufen oder buchen.



Welche DPAs soll ich buchen?
Bucht unbedingt Frozen zuerst! Hier müsst ihr eure App tausendmal aktualisieren, dann sollten Frozen DPAs wieder erscheinen. Ich bekam meinen auch erst gegen 14 Uhr während ich schon in der Schlange zu Frozen Stand (ca 30 Minuten).
Was sollte ich essen ?
Das Essen an den Ständen ist nicht so teuer. Da die Schlangen in den Restaurants und Ständen sehr lange ist, empfehle ich euch via App die Bestellungen zu tätigen. Ich fand dies erst später raus und ass bereits eine Pizza. Weiterhin war das Mickey Maus Mango Eis für 400 Yen sehr lecker. Ein weiteres Must Eat sind die grünen Alien Mochis mit Erdbeer-und Schokofüllung.


Wie lange sollte ich für DisneySea einplanen?
Unbedingt einen ganzen Tag. Kommt früh und geht spät. Es gibt so viel zu sehen und zu erleben 🙂


Teamlab Planets
Team Lab Planets wurde Ende 2025 erweitert und ist wahrscheinlich nur bis 2027 geöffnet (angeblich), daher musste ich unbedingt dorthin. Planets liegt außerhalb in Toyosu, unweit des neue Fischmarkts und kann gut kombiniert werden. Hier waren wir letztes Mal zur Tuna-Fischauktion.
Bucht unbedingt die ersten Slots, denn dann ist viel weniger los. Ich buchte meine Tickets direkt über die Webseite, da man dann so drei Mal kostenlos den Slot ändern kann. Da mein Ticket für 08:30 war, verliess ich mein Hotel in Shimbashi sehr früh und nahm direkt die direkte Bahn dorthin. Es bildete sich bereits eine kleine Schlange, aber das verläuft sich alles. Teamlab Planets ist anders aufgebaut als Teamlab Borderless. Es gibt hier mehrere Bereiche, die man einzeln erkunden kann: Wasser, Wald, Kristall und Blumen. Es ist eine sehr interaktive Ausstellung und man sollte für Planets lieber kein Kleid oder Rock tragen, da teilweise viel gespiegelt wird. Teilweise gibt es auch Bereiche, wo man durch das Wasser laufen muss. Es ist sehr spannend und hat mir sehr gut gefallen.
Was ist besser ? Teamlab Planets oder Borderless ?
Puh, mir hat beides sehr gut gefallen. Planets ist interaktiver, aber auch kleiner. Das Wasserelement hat mir sehr gut gefallen. Borderless hat mehr instagramable Spots. Ich würde beides ausprobieren.





Übersicht der Hotels meines Aufenthalts in Tokyo:
Tokyo 1: Via Inn Shinjuku:
tolles 3* Businesshotel. Zimmer sind mit 13qm ok, aber sehr modern eingerichtet. Sehr nah am Geschehen, trotzdem ruhig, eine Station von Shinjuku Station entfernt. Zimmer sind für 1 oder 2 Personen geeignet, aber eben sehr klein. Gepäck kann nicht unter das Bett gestellt werden. Kissen sind leider etwas sehr weich. Waschmaschinen und Getränkeautomat vorhanden. 5/5
Preis: ca. 60-70 € pro Nacht, ohne ABF (Dez 2025)
Tokyo 2: Check In Shimbashi:
mitten in Shimbashi, 4 Min von Shimbashi Station entfernt, viele Izakayas und Restaurants, direkt neben dem Karasumori-jinja Shrine, sehr kleine Zimmer (9qm2), perfekt für Solotraveller, Waschmaschinen in einigen Zimmern vorhanden, es gibt auch zwei Waschmaschinen und Trockner auf dem Weg zum Öffentlichen Bad. Genau, das Highlight des Hotels ist das eigene Bad, wo maximal 4 Personen reinpassen. Tattoofreundlich, wenn bedeckt mit einem Coversheet, Koffer können nicht unter das Bett gestellt werden. 4/5
Preis: ca. 50 € pro Nacht, ohne ABF (Dez 2025)
→ Persönlich mag ich Shimbashi mehr, da die Anbindung von dort einfach super ist. Shinjuku ist klasse, wenn man Tagesausflüge machen möchte oder wie in meinem Fall Freunde besucht. Meine Freunde wohnen im Vorort Tokyos und erreichen Shinjuku am besten. Ihr dürft nicht unterschätzen wie groß Tokyo ist. Man braucht teilweise 35 bis 45 Minuten von A nach B, und die wollt ihr in einer vollen Bahn nicht machen. Daher empfehle ich euch ein Hotel an einer gut angebundenen Station wie Shimbashi, Akasaka oder Ueno zu buchen. Gerne auch Nahe der Yamato-Line, die im Kreis fährt. Shimbashi hat für mich die Ginza Line, die mich in 20 Minuten nach Shinjuku bringt, aber auch die schnelle Verbindung nach Haneda, Narita und Asakusa oder Ueno.
@oh.thoseplaces Japanese Business Hotels are known for being small. However they have everything you need as a traveller, are affordable, central and nice. I stayed at Via Inn Shinjuku (13qm2) vs Check In Shimbashi (9qm2, with washing machine & sento). Totally perfect for a solo traveller. Even suitable for couples with small luggage (recommend foldable luggage).
