Japan 2025 – Wie mich Kyushu in seinen Bann zog – Teil 3 (Fukuoka, Takeo und Nagasaki)

Von Kumamoto aus nahm ich den Shinkansen nach Fukuoka (Hakata), welcher mich in unter 1 Stunden in die größte Stadt Kyushus brachte. Mein Hotel lag in dem Einkaufsviertel Tenjin, sodass ich bequem mit Handgepäck hinlaufen konnte. Zum Glück habe ich mein großes Gepäck schon vorab nach Fukuoka geschickt, denn der Eingang der Station Tenjin-Minami, der zu meinem Hotel führte hat keine Rolltreppen. Und wieder einmal lobe ich mir den Gepäckversand mit Takkyubin.

Da der Check In erst um 15 Uhr ist, machte ich mich auf zum Nanzoin Tempel, welcher ca. 30 Minuten von Fukuoka-Tenjin entfernt liegt. Ich verbrachte den ganzen Vormittag dort und genoss die absolute Ruhe. Der Nanzoin-Tempel beherbergt einer der größten, liegenden Bronzebuddhas Japans. Hier kann man ca. ein bis zwei Stunden einplanen.

Zur Mittagszeit machte ich mich auf den Weg zurück nach Fukuoka, denn um 14:10 wartete mein nächstes Highlight auf mich – das Kirby Cafe. Es gibt zwei Cafes, die in Japan heiß begehrt sind: das Kirby Cafe sowie das Pokemon Cafe. Beide sind 31 Tage vor Anreise buchbar und absolut schwierig zu ergattern. Die Buchung ist nicht über Drittanbieter oder DMCs möglich, und man muss hier wirklich viel Geduld mitbringen. Interessanterweise ist das Kirby Cafe in Fukuoka nicht so beliebt, wie in Tokyo (hier ist es fast unmöglich einen Tisch zu bekommen), sodass es für mich recht einfach war einen oder sogar zwei Tische zu ergattern. Wichtig ist, dass man nur eine E-Mail eingeben darf, und das die Telefonnummer ein japanisches Format haben muss. Hier muss man mehrmals testen und am Ende habe ich dann die Telefonnummer meines Hotels genutzt. Notiert euch die Telefonnummer, denn diese wird benötigt, um Änderungen zu tätigen.

Kirby Cafe:

Das Kirby Cafe befindet sich in der Open-Air-Mall Canal City (Erdgeschoss) und ist relativ klein. Es ist super süß eingerichtet und das Essen ist lecker, wenn auch teuer (besser als im Pokemon Cafe). Die Mitarbeiter fotografieren einen auch, bevor man zu seinem Tisch gesetzt wird. Es ist ein typisches Instagramcafe, und für Kinder und Fans gut geeignet. Würde ich da nochmal hingehen ? Eher nicht, denn dafür war das Essen dann zu normal und teuer. Persönlich würde ich dann eher wieder Richtung Pokemon Cafe gehen, alleine wegen der Pikachu-Tanzeinlage. Lest hier über meine Erfahrungen im Pokemon-Cafe in Tokyo.

Auf dem Rückweg stoppte ich noch kurz im Pokemon-Center, um das exklusive und mega süße Ramen-Pikachu zu ergattern. Fukuoka hat mit Abstand das coolste Pokemon-Center Japans und ist die Reise wert. Als Japan-und Ramen-Fan ist das Pikachu mein absoluter Favorit.

Fukuoka, auch als Hakata bekannt (benannt dem Viertel bzw. der Station) ist bekannt für seine Food-Szene: Yatai-Stände, die abends am Fluss entlang öffnen und Tonkotsu-Ramen. Ich blieb leider zwei Nächte (welche auch schwer zu bestätigen waren, denn diese Nächte fielen auf ein Wochenende, und da steigen die Hotelpreise bis zum Dreifachen. Es gibt zu wenige Hotels, und viele Touristen aus den Nachbarländern fliegen für ein Wochenende ein und treiben die Preise so nach oben. So kostet ein normales Business-Hotels, welches unter der Woche bei ca 60 € liegt auf einmal 180 € bis 210 €. Mit viel Glück und Geduld konnte ich das Toyoko Inn Tenjin-Minami bestätigen, ein klassisches Business-Hotel.

Toyoko Inn Tenjin-Minami in Fukuoka:

sehr japanische Businesshotel, Personal spricht kein Englisch und ist leider nicht so hilfsbereit als ich einen Staubsauger ausleihen wollte für meinen Vakuumbeutel, Frühstück ist immer inkludiert (Miso-Suppe und Onigiri, sehr einfach aber ausreichend), größere Zimmer, sehr gute Lage in Tenjin, man ist in 5 Minuten am Fluss. Beim nächsten Mal würde ich ein Hotel in Hakata buchen (die Preise am Wochenende sind jedoch jenseits gut und böse, daher plant Fukuoka unter der Woche ein). 4/5

Ramen-Restaurant

Ich probierte viele Restaurants u.a. das Shin Shin Ramen und das Ramen Issou. Ichiran Haupsitz ist in Hakata, aber ich habe es einfach nicht mehr hingeschafft. Jeden Abend um 20 Uhr gibt es einen spannenden Tanz im HQ, also verpasst es nicht. Mein absoluter Favorit ist Ramen Issou, welcher 2 Filialen in Fukuoka hat. Die Brühe ist intensiv mit einer schönen Cappucino-Haube und es schmeckt einfach göttlich. Ich war zwei Mal in zwei Tagen da und träume noch immer davon. Shin Shin Ramen ist nicht so mein Fall gewesen. Es war lecker, aber mir zu normal. Keine Ahnung warum alle diesen Spot so hypen ? Naja, Geschmäcker unterscheiden sich einfach.

Itoshima

Itoshima ist eine Küstenstadt in der Nähe von Fukuoka. Man kann diese als Gruppentour oder mit einem Bus von Hakata erreichen. Ich entschied mich gegen eine ursprünglich geplante Gruppentour, da ich nicht so lange in Itoshima bleiben wollte. Ein Besuch am Strand, um Sakurai Futamigaura (Couple’s Stone) und Palm Beach zu besuchen und entspannt einen Café am Strand zu genießen reichten mir. Viele Spots sind leider nur mit dem Bus erreichbar, der nur alle paar Stunden fuhr. Da ich diese Zeit nicht hatte, machte ich mich nach zwei Stunden wieder auf dem Weg nach Fukuoka.

Dazaifu Tenmagu

Fazit:

Fukuoka / Hakata hat mir sehr gut gefallen. Es hat eine gute Größe, man kann viele Ausflüge machen, sehr gut essen und shoppen. Drei Tage und zwei Nächte sollten hier reichen. Ich hätte gerne noch eine dritte Nacht eingeplant, damit ich auch mehr Ramen-Restaurant testen kann …

Hakata nach Takeo-Onsen

Von Hakata ging es mit dem einem lokalen Express nach Takeo-Onsen, wo ich eine Nacht verbrachte. Interessanterweise gibt es keinen Shinkansen von Hakata nach Takeo-Onsen. Der Shinkansen beginnt erst in Takeo-Onsen nach Nagasaki, daher müssen alle Reisenden einmal in Takeo-Onsen umsteigen, wenn sie weiter nach Nagasaki möchten.

Da ich sowieso eine Onsen-Stadt besuchen wollte, ergab sich Takeo-Onsen als idealen Zwischenstopp meiner Kyushu-Reise. Meine Unterkunft war ca 10 Minuten vom Bahnhof entfernt und da mein großes Gepäck schon in Nagasaki auf mich wartete, war es sehr bequem mit dem Handgepäck durch Takeo zu spazieren. Takeo ist super klein und verschlafen. Ich begegnete kaum Menschen und war sehr überrascht. Naja, Off-Season halt und dann noch in Kyushu. Genauso wie ich es eigentlich mag. Ich bin ein sehr großer Onsen-Fan und liebe es die Seele baumeln zu lassen. Mit meinen kleinen Tattoos ist es jedoch schwierig passende Ryokans zu finden, die Tattoos erlauben. Da lobe ich mir Onsen-Städte wie Kinosaki-Onsen. Ich suche meine Ryokans danach aus, wie Tattoofreundlich sie sind und das ist gar nicht so einfach, da man es manchmal nicht aus der Hotelbeschreibung oder von der Webseite entnehmen kann. In diesen Fällen schreibe ich auf japanisch eine E-Mail oder Nachricht an das Hotel und lass mir schriftlich bestätigen, dass ich meine Tattoos (handflächengroß) abdecken kann.

Durch puren Zufall erfuhr ich das ich zum letzten Abend des Autumn Leaves Festival des berühmten Garten Mifuneyama Rakuen ankam. Abends wird der Garten illuminiert und man kann einer größten Illuminationen Japans erleben. Natürlich liess ich mir dieses Event nicht entgehen. Vom Bahnhof fuhr ein Shuttle zum Garten. Es gibt zwei Tickets: Day und Day/Night. Da ich bereits am späten Mittag kam, kaufte ich für 900 Yen das Day/Night Ticket und genoß sowohl die Tagesansicht und die Illumination des Gartens. Es war relativ ruhig und total schön. Wenn ihr genau zu diesem Zeitpunkt da seid, unbedingt besuchen. Die Illumination ist dieses Jahr von 6. November bis 6. Dezember. Es gibt ein schönes Highend-Ryokan (Mifuneyama Rakuen Hotel) beim Garten, welches auch ein Teil der TeamLabs beinhaltet. Leider lag es nicht in meinen Solo-Reisenden Budget. Man kann auch einen Tagespass für den Onsen buchen, aber ich hatte zu wenig Zeit diesen zu nutzen, da ich ja in meinem Ryokan auch einen hatte.

Ryokan Kyotoya Takeo:

Sehr süßes und einfaches Ryokan ohne Mahlzeiten. Es wird ein kostenloses , eichtes „Frühstück“ angeboten, welches super ausreichend ist (Suppe, Pastries und Salat), der Onsen (Outdoor-und Indoor) ist gut und tattoofreundlich, wenn man diese mit einem Tattoosheet bedeckt, unweit von Romon Tor und den öffentlichen Badehäusern, ca 5 Minuten Taxifahrt von Mifuneyama Rakuen – 5/5

Direkt nebenan ist eine sehr gute Pizzeria (Pizzeria Copertina) mit einer der besten Pizzen, die ich gegessen habe. Lustigerweise hatte ich die allerbeste Pizza in Takayama gehabt, denn der Pizzabäcker hatte zahlreiche Preise in Italien gewonnen. Die Japaner lernen und verbessern alles. Es ist wirklich unglaublich gewesen und ich träume immer noch von dieser Pizza.

Von Takeo-Onsen nach Nagasaki und kleiner Ausflug nach Shimabara

Ich entschied mich spontan nach dem Frühstück nicht direkt nach Nagasaki zu fahren, sondern einen Schwenker nach Shimabara zu fahren. Shimabara liegt im Osten der Präfektur Nagasaki und ist aus der Vergangenheit für den brutalen Shimabara Aufstand, seine Burg und seine Kois. Weiterhin in Shimabara bekannt für drei süße Shiba Inus. Der Besitzer hat in seine Hauswand drei Öffnungen eingebaut, sodass man diese an guten Tagen sehen kann. Leider hatte ich etwas Pech, da die Hunde gerade einen Mittagsschlaf gemacht haben und nicht kommen wollten 🙂

Shimabara ist eine Kleinstadt, und zuckersüß. Ich liess mein Gepäck am Bahnhof und spazierte von dort zum heutigen Ziel, den Shimei-So Spring Water Garden (ca. 10 Minuten). Unterwegs fand ich immer wieder Kanäle mit Kois, die in den sauberen Kanälen lebten. Es ist einfach unglaublich wie rein das Wasser hier ist, sodass hier große Kois leben können. Shimabara strahlt etwas friendliches aus, vor allem im Shimeo-So Spring Water Garden. Ich zahlte einen kleinen Eintritt und genoß eine unglaubliche Ruh. Die alte Villa ist eines meiner Highlights und gehört für mich zu den schönsten Spots meiner Kyushu-Reise.

Am späten Mittag erreichte ich Nagasaki. Vom Hauptbahnhof sind es nur 10 Minuten mit der urigen Tram zum Hotel in China-Town, aber die Trams sind kurz und voll. Ich wollte mich mit meinem Handgepäck nicht während der Rush Hour reinstellen, und nahm daher ein Taxi, das mich bequem zum Candeo Nagasaki Shinchi brachte, einem der besten Hotels in Nagasaki. Für die zwei Nächte wollte ich mir einfach etwas gönnen.

Candeo Nagasaki Shinchi:

Das beste Hotel meiner Kyushu-Reise. 4*, unglaubliche Aussicht auf Nagasaki, mitten in China Town, direkte Airports-Anbindung zum Flughafen, sehr große Zimmer (17qm) und wunderschönes Open Air Sky Bad. Leider auch sehr voll zu Stoßzeiten, aber einfach toll. Ich war am Tag mindestens 2 bis 3 Mal im Bad, weil es so toll war. Auch hier müssen alle Tattoos abgedeckt sein – 5/5*

Nagasaki hat mich überrascht. Die Stadt ist kompakt und strahlt einen sehr entspannten Vibe aus. Vieles ist per Tram erreichbar und man kann in 3 Tagen vieles erleben. Ich mag meine Tage nicht so voll planen, daher habe ich nicht alle Sightseeing Spots besuchen können.

Meine Empfehlungen: Nagasaki Peace Park, Urakami Cathedral, Dejima, Nagasaki Atomic Bomb Museum,  Atomic Hypocenter Park, One Pillar Gate und Mt Inasa.

Nagasaki war während der 200-Jährigen Isolation einer der wenigen Städte, die Handel mit der Aussenwelt betrieb. Der Einfluss der Chinesen und Portugiesen ist allgegenwärtig. Man merkt dies besonders beim Essen: Champon, Sara Udon, Kakuni Manju und Castella Cake. Die Manjus sind chinesische Bao-zi mit deftigem, leckeren Schweinebauch und absolut göttlich. Ich könnte mich da reinlegen. Champon ist eine Abwandlung eines Ramen, aber es war mir dann doch zu deftig. Ihr merkt, die Nagasaki Cuisine ist schon sehr deftig und intensiv, sehr chinesisch halt.

Wenn ihr Souvenirs aus Nagasaki mitbringen möchtet, empfehle ich euch Castella Cake, eine Art Spongecake. Die besten gibt es im Fukusaya, einer der bekanntesten Adressen mit sehr langen Schlagen. Ich stellte mich gleich zur Öffnung hin und konnte die super süßen Würfelkuchen bekommen. Praktisch zum Verschenken. Diese gibt es auch am Flughafen und in den Departments Stores in Tokyo, aber aus Nagasaki sind sie am besten.

Nach dem Frühstück machte ich mich auf dem Weg zum Flughafen Nagasaki. Die Airportbus Station ist nur 4 Minuten vom Hotel entfernt und brachte mich in ca 60 Minuten zum Flughafen. Die Strecke führt über das Meer ist einer der schönsten Strecken Japan und ein schöner Abschluss meiner Kyushu-Reise.

Fazit meiner Kyushu-Reise:

Ich wusste nicht was mich erwartete, als ich mich für Kyushu entschied. Es war mir fremd und ich liess mich auf ein kleines Abenteuer ein. Alleine, 14 Tage Japan, auf einer Insel, wo ich noch vorher nicht war, fernab der Massentouristen. Fernab der goldenen Route…

Was mich hier erwartete, ist nicht in Worte zu fassen. Vom malerischen Takachiho Gorge in Miyazaki bis hin zum brodelnden Nakadake Krater des Aso, trubeligen Hakata und historischen Nagasaki. Die 8 Tage, die ich hier verbrachten durfte, waren viel zu kurz. Ich habe so viele freundlichen Menschen getroffen, gut gegessen und Naturvielfalt erlebt, dass ich nie mehr missen möchte. Kyushu ist für mich persönlich meiner Herzensinsel geworden. Ich habe nur den Nordteil der Insel besucht, und würde gerne noch bis Kagoshima reisen, eventuell mal mit dem Mietwagen. Kyushu, du hast mich für dich gewonnen und ich kehre in Zukunft wieder hier her. Ich hoffe, dass du so bleibst wie du bist – ein kleines Juwel Japans – fernab der Massentouristen.

 

 

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